Andreas und Mares Lehman: Pioniere der Bio-Backwaren
Am 1. April 1976 gründeten Mares und Andreas Lehmann an der Schulstrasse im thurgauischen Lanterswil die Bäckerei Lehmann. Andreas Lehmann, aus einer grossen St. Galler Bäckerei stammend, wollte hier seine Ideen vom natürlichen Backen verwirklichen. Die Liebe zur Natur und Umwelt führte ihn immer mehr zur Verarbeitung von biologischen Rohstoffen. Nebst treuen Privatkunden zählten nach und nach Reformhäuser, Restaurants und Lebensmittelläden zu den Abnehmern.
Der lange Weg zum Erfolg mit Bio-Rohstoffen
Die aufkommenden industriellen Tiefpreis-Anbieter waren die grosse Bedrohung. Reihenweise schlossen kleine und auch grössere Betriebe ihre Türen. Andreas und Mares Lehmann hatten damals die klare Vorstellung, dass die Zukunft der handwerklichen Bäcker sehr wohl gesichert sei, wenn die Stärken erkannt und konsequent umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund begannen sie am 1. April 1976, in der neu erworbenen Landbäckerei, ihre berufliche Selbständigkeit. Das zunächst kleine Sortiment und die mickrigen Stückzahlen führten anfangs öfters zu finanziellen Engpässen. 1979 begann der erste Bäckerlehrling die Ausbildung. Die prekären Platzverhältnisse und der zu kleine, direkt befeuerte Holzbackofen verhinderten die weitere Geschäftsentwicklung. Ein erster Erweiterungsbau wurde geplant. Ein neuer, drehbarer Holzbackofen führte zu einer Verdoppelung der Arbeitsfläche. Der Umbau war eine grosse Herausforderung. Es hiess nachts backen und am Tag «pflastern». Im Februar 1981 wurde die Eröffnung gefeiert, rechtzeitig auf die Lehrabschlussprüfung von Lehrling Markus. Zur Belohnung konnte er wohl als einziger Lehrling im selbst gemauerten Ofen seine Prüfung ablegen. Mit verschiedenen Vollkornbroten aus frisch geschrotetem Vollkornmehl gewann die Bäckerei Lehmann bald einige Kunden aus der Umgebung.
Die Holzofenbäckerei Lehmann wird 1988 ein Bio-Betrieb
Dann folgten die ersten Versuche mit Vollkorngebäcken aus Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau. Durch Bio-Pionier Rainer Bächi wurden wir in die Welt der Bio-Zertifizierung «Knospe» eingeführt. Der erste Lizenzvertrag mit der VSBLO, der damaligen Inhaberin des Knospe-Labels, wurde Anfang 1988 geschlossen. Der Umsatz stieg weiter an. Und grösser wurde auch der Kreis der Kunden. Erstmals konnten wir auch in neu entstehende Bio-Läden und Reformhäuser liefern. Im Frühjahr 1991 durfte wieder eine Erweiterung der Backstube eingeweiht werden: Mehlsilo, Kühl- und Tiefkühlzelle, eine separate Konditorei. Jetzt bot sich auch die Möglichkeit, Lehrlinge in der Konditorei auszubilden. Das Bio-Sortiment weitete sich aus. Nebst den Vollkornprodukten wurde auch der Faktor Genuss immer wichtiger. Wir begannen mit mediterranen Broten und Gebäcken zu experimentieren und hatten damit grossen Erfolg. Die neuen Rezepte waren von Beginn an in Bio- oder in Knospequalität und vorhandene Rezepte wurden auf Knospe oder Bio umgestellt. Seit 1997 wird ausschliesslich Bio- und Knospemehl verwendet. Vom gesundheitlichen Aspekt her begann in den 90er Jahren ein ungeahnter Aufschwung des Dinkels. Nach und nach entstand eine breite Palette von reinen Dinkelbroten sowie Gebäcke. Der Erfolg war durchschlagend, die Kunden begeisterte das breite Angebot.
Filiale in Wil SG
1999 wurde dann an bester Lage in Wil eine Filiale eröffnet. Es ist die erste betriebseigene Verkaufsstelle. Ein schmuckes Dorflädeli – selbstverständlich auch mit frischen Backwaren – wird seit Beginn an, also seit 1976, in Lanterswil geführt.
Erneuter Erweiterungsbau im Jahr 2002
2002 führten der rasch wachsende Umsatz und der total überlastete Ofen zu neuen Bauplänen. Kein Umbau, sondern eine grosszügige Produktion in einem ökologischen Holzbau wurde in nur gerade vier Monaten Bauzeit errichtet. Zwei holzbeheizte Dampfbacköfen zählen seither zum Stolz des Unternehmens. Langsam wurde auch die Nachfolgeregelung ins Auge gefasst. Die beiden Söhne Joachim und Florian Lehmann stiegen 2002 beziehungsweise 2004 mit Engagement ins Unternehmen ein. Der ökologische Aspekt des Betriebs ist für beide unbestritten. Weitere Erfolge auf dem Markt stellten sich ein.
Die Söhne Florian und Joachim Lehmann übernehmen die Geschäftsleitung
Im Mai 2007 wurde das Einzelunternehmen A. Lehmann, Holzofenbäckerei zur Lehmann Holzofenbeck AG umgewandelt. Mit den vier Familienmitgliedern als Alleinaktionären. Florian Lehmann übernimmt die Geschäftsleitung und Joachim Lehmann übernimmt die Führung im Bereich Produktion. Und wieder wurde gebaut. Im Oktober 2007 konnte ein weiterer kleinerer Anbau in Betrieb genommen werden.
2009: 100% Bio – ein entbehrungsreiches Suchen und Entwickeln hat Erfolg
Im Konditorei- und Confiseriebereich ist 100%ige Bio-Qualität eine grosse Ausnahme. Im Dezember 2009 gelingt es uns, unsere heiss-begehrten gefüllten Amaretti endlich ausschliesslich aus Bio-Rohwaren herzustellen. Für uns ein Meilenstein! Wir suchten jahrelang nach Lösungen. Aber die Produktequalität überzeugte uns nicht. Heute endlich, nach 21 Jahren Tätigkeit als zertifizierter Bio-Verarbeiter, konnten wir den letzten konventionellen Rohstoff ersetzen. Das Arbeiten mit Bio-Rohstoffen und der radikale Verzicht selbst auf erlaubte Bio-Hilfsstoffe verlangt oft, komplett neue Rezepturen zu erfinden.
Das Ziel, hochwertige Bio-Produkte in natürlichen Verfahren und ohne Kompromisse zu erzeugen, verfolgen wir konsequent weiter. Viele Menschen schätzen die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile dieses Herstellungsprozesses.
Das Ziel, hochwertige Bio-Produkte in natürlichen Verfahren und ohne Kompromisse zu erzeugen, verfolgen wir konsequent weiter. Viele Menschen schätzen die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile dieses Herstellungsprozesses.

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